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Was ist ein Passivhaus?

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Das Passivhaus ist aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen ein bedeutender Fortschritt für die Sicherung der Zukunft unseres Lebensraums.

 

Dr. Wolfgang Feist im Interview

feist11. Im Passivhaus kann man die Fenster nicht öffnen.
Nach Empfehlung des PHI gibt es in jedem Passivhaus öffenbare Fenster. Die technische Wohnungslüftung sorgt dafür, dass es in der Wohnung nie schlechte Luft gibt. Auch dann nicht, wenn die Fenster in einer kalten Regenperiode mal längere Zeit zugelassen werden.
2. Aufgrund der kontrollierten Wohnraumlüftung zieht es immer.
Die Wohnraumlüftung „lüftet“ gerade so viel, wie für hygienisch erstklassige Luftqualität erforderlich. Die Auslässe werden am besten in Deckenhöhe angebracht; schon in 30 cm Entfernung ist der Luftstrom nicht mehr spürbar. Zugerscheinungen sind im Passivhaus passé.
3. Ein PH hat keine Heizung.
In der Regel braucht auch ein Passivhaus eine „kleine“ Heizung, denn es ist kein Nullheizenergiehaus. Ja, das Passivhaus hat eine Heizung.
4. Ein PH ist immer eine „Kiste“.
Woher kommt denn eine solche Aussage? Es gibt Tausende Passivhäuser mit anderen Formen: vom Krüppelwalmdachhaus über angeschnittene Zylinder und Kegel bis zur Wankel-Kolben-Form. An Vielfalt ist kein Mangel.
5. Die Technik ist noch nicht ausgereift.
So viel Technik braucht ein Passivhaus ja gar nicht! Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, die einzige besondere Technik wird in Kanada und in Skandinavien seit mehr als 50 Jahren erfolgreich eingesetzt.
6. Ein PH kann man nur auf einem sonnigen Grund bauen.
Na ja, diese Einschätzung resultiert vermutlich auf einer Verwechslung mit dem „passiv solaren“ Ansatz. Passivhäuser gibt es sogar auf innerstädtischen Grundstücken, wobei die Hauptfassade nach Norden weist. Das ist keine Ausrede, warum man kein Passivhaus bauen kann.
7. Ein PH ist viel teurer als ein konventionelles Haus, es rechnet sich nicht.
Unsere letzte Erhebung ergab zwischen vier und acht Prozent Mehrinvestition. Dazu bekommt man erhöhte Förderung. Später kommt es aber richtig dick: Jahr für Jahr sparen die Bewohner 800 bis 1.500 Euro an Betriebskosten. Wer heute vernünftig rechnet und an die Zukunft denkt, erkennt, dass er sich ein weniger effizientes Haus nicht leisten kann.
8. Im PH ist es immer kalt.
Da hilft nur eins: ab ins Passivhaus. Um ehrlich zu sein: Diese Passivhausbewohner lieben es eher ein bisschen warm. Zwischen 22° und 24° C haben wir gemessen, im Winter. Das kann man sich ja leisten. Es kostet ja fast nichts.
9. Im PH können die einzelnen Räume keine unterschiedlichen Temperaturen haben.
Das entscheiden die Bewohner. Auf kalte Nebenräume kann man verzichten – und wenn jemand einen kühlen Weinkeller braucht, auch das wurde für Passivhäuser schon gebaut. Es geht fast alles.
10. Ein altes Haus kann man nicht zum PH sanieren.
Das ist in der Regel richtig. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Man kann in einem alten Gebäude Passivhaustechnik einbauen: gute Außendämmung, Dreischeibenfenster, Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Nur wird man keinen Passivhausstandard erreichen (mit seinen 15 kWh/(m2a)), sondern zwischen 20 und 35 stecken bleiben. Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich gibt es echte Passivhaus-Sanierungen und bei größeren Objekten kann das auch gut gehen.

mehr Informationen unter www.igpassivhaus.at

 

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